Aktuelle Workshops

Sommersemester 2022

Datum13. Mai 2022
Uhrzeit9:30 – 12:30 Uhr
PlattformZoom
Workshopplätzebis 25
AnmeldeschlussFr, 29. April 2022
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Workshop-Nummer: 13-05-2022

„Die Sozialförmigkeit des globalen Charismatischen Christentums: Der Schlüssel zum weltweiten Wachstum?“

Mit Dr. Maren Freudenberg, Universität Bochum

Das pfingstlerisch-charismatische Christentum ist die weltweit am rasantesten anwachsende christliche Strömung – ihr werden teilweise bis zu 500 Millionen Anhänger*innen zugeschrieben. Während andere christliche Traditionen, ob katholisch oder protestantisch, in verschiedenen Teilen der Welt in den letzten Jahrzehnten deutlich an Mitgliedern verloren haben, verzeichnen charismatische Kirchen in Asien, Lateinamerika, Afrika, aber auch Europa, Nordamerika und Australien einen stetigen Mitgliederanstieg und zahlreiche Gemeindeneugründungen. Wie lässt sich die offensichtliche Attraktivität des charismatischen Christentums im Kontext immer weiter voranschreitender Säkularisierung erklären? Dieser Vortrag erläutert die Rolle der Sozialförmigkeit des Religiösen als Schlüssel zum Verständnis  dieser Entwicklung. Die Arten und Weisen, wie charismatische Anhänger*innen sich organisieren und zusammenkommen, um ihre religiösen Überzeugungen zu praktizieren – ob im Rahmen eventisierter Gottesdienstinszenierungen, intimer Hauskreise oder in vielfältigen digitalen Settings – ist genauso maßgeblich für ihren Erfolg wie ihre religiöse Botschaft selbst, nämlich dass Gott jeder und jedem Gläubigen psychisch und körperlich zugänglich ist und sie durch diese unmittelbare Gotteserfahrungen Rettung und Erlösung in Aussicht gestellt bekommen. Die Sozialförmigkeit und die Kernbotschaft des charismatischen Christentums stehen in einem produktiven Austausch, da sie zusammen einen niedrigschwelligen Einstieg für Neuankömmlinge bieten und die göttliche Auserwähltheit der*des Einzelnen in verschiedenen Formen religiöser Gemeinschaft immer wieder bestätigt und bekräftigt wird. Der Vortrag beleuchtet verschiedene Ausprägung religiöser Sozialförmigkeit anhand von unterschiedlichen empirischen Beispielen aus dem charismatischen Christentum.

Workshopleitung: Dunja Sharbat Dar (Universität Bochum) und Mareike Ritter (Universität Münster)

Datum10. Juni 2022
Uhrzeit13-16 Uhr
PlattformZoom
Workshopplätzebis 25
AnmeldeschlussMo, 16. Mai 2022
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Workshop-Nummer: 10-06-2022

Religion im Plural“

Mit Ass.-Prof. Dr. Andrea Rota, Universität Bern

Eine der folgenreichsten soziologischen Entdeckungen des zwanzigsten Jahrhunderts betrifft die Lockerung der sozialen Bindungen und das fortschreitende Verschwinden kollektiver Formen des sozialen Lebens. Vor dem Hintergrund dieser Beobachtung haben die meisten Sozialwissenschaftler:innen ihre Aufmerksamkeit auf das Individuum gelenkt, das nicht nur zum Hauptgegenstand der empirischen Forschung, sondern auch zum Mittelpunkt der theoretischen Überlegungen zur zeitgenössischen Gesellschaft geworden ist. In der religionswissenschaftlichen Forschung spiegeln sich diese Trends z.B. in der blühenden Soziologie der Spiritualität sowie in Ansätzen wie der Rational Choice Theory wider. Im Gegenzug wollen wir uns im Rahmen dieses Workshops empirisch und theoretisch mit Formen von Religion auseinandersetzen, die ihren Ausdruck nicht in der individuellen «ich-Form», sondern in der pluralen «wir-Form» finden. Diese Thematik ist eng mit tiefgehenden Fragen nach der (sozialen) Ontologie von Religion und den epistemischen Rahmenbedingungen der Religionswissenschaft verbunden, die durch die «post-strukturalistische» Wende unseres Fachs deutlich angesprochen—aber vielleicht nicht eindeutig beantwortet—wurden.

Workshopleitung: Ulrich Harlass (Universität Bremen) und Dominika Hadrysiewicz (HU Berlin)

Datum18. Juli 2022
Uhrzeit10-13 Uhr
PlattformZoom
Workshopplätzebis 25
AnmeldeschlussDo, 14. Juli 2022
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Workshop-Nummer: 07-18-2022

„Was ist Religionsgeschichte – und wenn ja, wie viele?“

Mit Prof. DR. ISABEL LAACK, Universität Tübingen

Trotz der zunehmenden Fokussierung religionswissenschaftlicher Forschung auf die religiöse Gegenwart ist die Religionsgeschichte ein wichtiger Teil unserer Disziplin. Traditionelle Religionsgeschichtsschreibung steht jedoch unter massiver postkolonialer und poststrukturalistischer Kritik. Als Wissenschaftlerin mit einem Interesse an außereuropäischen religiösen Weltwahrnehmungen und nichtsprachlichen Quellen frage ich mich: Gibt es eine nicht-essentialisierende Methodologie der Religionsgeschichtsschreibung jenseits der Diskursanalyse? Welcher Realitätsebene gilt mein geschichtliches Erkenntnisinteresse? Wie kann ich meine eigene Rolle in der Generierung von Daten und Narrativen ernst nehmen und dennoch über ein geschichtliches Gegenüber schreiben statt nur über mich selbst? Wie kann ich die Religionswissenschaft dekolonisieren, ohne mich nur noch mit Dekonstruktion zu beschäftigen? Der Workshop soll Raum bieten für eine Reflexion dieser Fragen in entspannter und konstruktiver Atmosphäre und für Austausch jenseits von Profilierungsnöten und Leistungsbeweisen.

Workshopleitung: Isabella Schwaderer (Universität Erfurt) und Petra Tillessen (Universität Bonn)