Die Workshop-Reihe 2020/21

Vernetzungsgrafik „Virtuelles Brownbag-Meeting“

26.Februar 2021

„Brownbag meeting“ Mapping Religionswissenschaft

Mit Allen Organisator*Innen, Universitäten Bonn, Bremen, München

Vernetzen, vertiefen, sichtbar machen oder einfach nur quatschen: Zum Abschluss der Workshopreihe wollen wir allen Teilnehmer*innen und dem Orga-Team noch einmal die Gelegenheit für ein zwangloses Zusammenkommen bieten. Wir möchten das nette Beisammensein dafür nutzen, den bisherigen Projektverlauf zu resümieren und uns über mögliche Zukunftsperspektiven auszutauschen. Auch werdet Ihr die Möglichkeit bekommen in kleineren Gruppen Eure neuen Bekanntschaften und Kolleg*innen wieder zutreffen und verlorengegangene Gesprächsfäden noch einmal aufzunehmen.  Wir freuen uns auf Euch!

Vernetzungsgrafik „Virtuelle Reise nach Hannover“

Di, 23 Februar 2021

„Religion“ und die Politik der Klassifizierung

Mit Dr. Steffen Führding, Universität Hannover

In meiner Forschung setze ich mich in erster Linie mit drei (verschränkten) Themenbereichen auseinander. Zum einen mit der Geschichte der Religionswissenschaft als akademischem Fach. Zum anderen mit den Ansätzen einer Gruppe von Religionswissenschaftlerinnen und Religionswissenschaftler, den ich als sozio-rhetorischen Ansatz bezeichne. Darüber hinaus interessiert es mich, welche (Macht-)Effekte mit der Klassifizierung von „etwas“ als Religion bzw. nicht-Religion verbunden sind.  Genauso wenig wie die Kategorie Religion nach meinem Dafürhalten auf einen natürlichen Gegenstand verweist, ist die Klassifikation von etwas als Religion (oder Nicht-Religion) ein unschuldiger und neutraler Akt.  Der Akt des Klassifizierens ist vielmehr immer politischer Natur. In diesem Workshop möchte ich zum einen Anhand von Beispielen aus meiner Forschung auf diesen Aspekt eingehen und die mit dem Klassifikationsakt verbundenen (Macht-)Effekte diskutieren. Zum andren möchte ich überlegen, welche Konsequenzen sich aus der vorgestellten Perspektive für die Religionswissenschaft als Disziplin ergeben.

Workshopleitung: Leonie C. Geiger, Universität Bonn

Vernetzungsgrafik „Virtuelle Reise nach Münster (Westf.)“

Do, 11. Februar 2021

Grenzarbeiten am religiösen Feld

Mit Prof. Dr. Astrid Reuter, Universität Münster

Religion und Politik, Recht, Wissenschaft, Kunst usf. sind keine historisch invarianten Kategorien; ebenso handelt es sich um Kategorien, deren Unterscheidung nur für funktional differenzierte Gesellschaften sinnvoll ist. Was Religion ‚ist’ (und was Politik, Recht oder Wissenschaft ‚sind’), ist vielmehr Ergebnis von fortlaufenden und historisch kontingenten Aushandlungen. Ausgehandelt werden Differenzen: Differenzen zwischen Religion und Politik, Religion und Recht, Religion und Kunst, Wissenschaft usf. Das aber heißt: Das religiöse Feld, das politische Feld, das Feld des Rechts usw. sind das, was sie sind, nur in Abgrenzung voneinander, und das heißt in Bezug aufeinander. „In Feldbegriffen denken heißt relational denken“, so hat Pierre Bourdieu den Kern seiner Feldtheorie formuliert. Die verschiedenen Felder bringen sich danach gegenseitig als autonome Handlungssphären mit je eigenen Schemata der Wahrnehmung und Bewertung der sozialen Welt hervor. Ihre Autonomie ist folglich stets eine relative: Ein Feld gewinnt seine Eigenart dadurch, dass es sich von anderen Feldern unterscheidet, d.h. in Relation zu anderen Feldern. Der Prozess der Aushandlung von Differenzen zwischen den Feldern, der oft konflikthaft verläuft, lässt sich deshalb als Arbeit an den Grenzen dieser Felder beschreiben. Welche Felder jeweils akut in Grenzkonflikte miteinander geraten, ist gesellschaftlich und historisch variabel. In (westlichen) Verfassungsstaaten ist das religionskulturelle Klima seit einigen Jahrzehnten markant durch Rechtskonflikte um Religion geprägt, in denen die Grenzkonflikte zwischen Religion und Recht besonders deutlich hervortreten. Der Workshop soll Gelegenheit geben, sich einerseits grundsätzlich mit dem Konzept der ‚Grenzarbeiten am religiösen Feld‘ zu beschäftigen und diese andererseits am Beispiel von Rechtskonflikten um Religion (oder nach Interessenlage der Teilnehmenden auch an anderen Beispielen, etwa: Religion und Wissenschaft, Religion und Kunst o.a.) zu konkretisieren.

Workshopleitung: Lisa Kienzl & Lara Lindhorst, Universität Bremen

Vernetzungsgrafik „Virtuelle Reise nach Bonn“

Fr, 29. januar 2021

Aspekte einer metatheoretischen Debatte über Theoriebildung in der Religionswissenschaft

Mit Prof. Dr. Adrian Hermann, Universität Bonn

In diesem Workshop möchte ich eine Möglichkeit der Unterscheidung von vier unterschiedlichen Formen der Theoriebildung in der Religionswissenschaft kurz vorstellen und dann ins Gespräch darüber kommen, welche Rolle jede dieser Formen von Theorie in unser Disziplin haben (oder nicht haben) kann. Die vier Formen sind: Diskurs­theoretische, kreative, naturwissenschaft­liche und essentialistische Religionstheorien.

Workshopleitung: Jan Krawczyk, Universität Bremen

Vernetzungsgrafik „Virtuelle Reise nach Bayreuth“

Fr, 15. Januar 2021

„Religious Engineering“ – Religion als Werkzeug für gesellschaftliche Transformation

mit Prof. Dr. Paula Schrode, Universität Bayreuth

„Religious Engineering“ steht für eine in Bayreuth entwickelte Forschungsperspektive, die analysiert, wie Religion von sozialen Akteuren planvoll eingesetzt wird, um die gesellschaftliche Wirklichkeit zu gestalten. Anhand aktueller Beispiele aus den Bereichen Entwicklung und Integrationspolitik werden wir im Workshop darüber diskutieren, wie sich derartige Prozesse erforschen lassen und mit welchen theoretischen Implikationen.

Workshopleitung: Lina Aschenbrenner, Universität München & Ulrich Harlass, Universität Bremen

Vernetzungsgrafik „Virtuelle Reise nach Leipzig“

Fr, 27. November 2020

“Fragile Religion”

Mit Prof. Dr. Sebastian Schüler, Universität Leipzig

Der Workshop wird sich thematisch grob um das Phänomen „fragiler Religion” drehen. Unter dem Begriff „fragile Religion” sollen Zustände in religiöser Praxis gefasst werden, die sich durch eine gewisse soziale Dynamik und damit einhergehenden Zerbrechlichkeit oder Kurzlebigkeit auszeichnen. Darunter werden soziale Phänomene wie etwa rituelle Efferveszenz, Charisma, Liminalität, Trance/Besessenheit, Resilienz, Sektierungen, oder Bewegungsorganisationen gezählt. Forschungsgegenstand wird das evangelikale und charismatische Christentum sein.

Workshopleitung: Bodil Stelter, Universität Bremen & Petra Tillessen, Universität Bonn

Vernetzungsgrafik „Virtuelle Reise nach Bremen“

Fr, 06. November 2020

Transformationen religiöser Kommunikation – Religionswissenschaftliche Mediatisierungsforschung

Mit Prof. Dr. Kerstin Radde-Antweiler, Universität Bremen

Religiöse Diskurse waren und sind stets eng mit Medien verbunden. In Zeiten tiefgreifender Mediatisierung prägen verstärkt moderne (Massen-)Medien wie Film, Fernsehen, Radio, Internet und Video Games die religiöse Landschaft und haben Einfluss auf die Identitätsbildung religiöser Akteure. Zunehmend nutzen diese Akteure Medien auch selbst zur (Re-)Präsentation und Aushandlung ihrer religiösen Identität, Daher spiegeln Medien einerseits kulturelle und gesellschaftliche Konstruktionsprozesse sowie deren Veränderungen wider, andererseits formen, verändern oder schaffen sie diese Konstruktionen auch selbst. Aber wie genau lassen sich diese Transformationen erfassen? Gibt es *die* religionswissenschaftliche Film- oder Games-Analyse wie einige Fach-Vertreter_nnen postulieren. Welche methodischen Anleihen benutzen wir aus welchen Nachbardisziplinen und gibt es eigentlich einen Mehrwert religionswissenschaftlicher Mediatisierungsforschung

Workshopleitung: Rafaela Eulberg, Universität Bonn